Lieblingsfach Geschichte: Von einer Prinzessin-rühr-mich-nicht-an! bis zum Geschichtsgenie

Lesedauer: 3 Minuten

Map page of Section X Europe in the Eighteenth Century pri… | Flickr

SCHULSTORYS Meine ehemalige Geschichtslehrerin hatte es mit unserer Klasse nicht immer leicht, da die Unterrichtsbeteiligung oft sehr mau ausfiel. Auch ich hatte da meinen Anteil, schließlich gehörte Geschichte nie zu meinen Lieblingsfächern. Doch mittlerweile habe ich einen Weg gefunden, mich mit diesem Fach zu arrangieren.

Wenn ich daran zurückdenke, wie der Geschichtsunterricht vor 5 Jahren ablief, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Ich sehe das Bild noch klar vor meinen Augen: Unsere Geschichtslehrerin, die uns durch gezielte Fragen zur geschichtlichen Erkenntnis führen wollte. Wir, die wir sie mit ahnungslosem Blick ansahen, weil unser Denkvermögen nicht in der Lage war, geschichtliche Zusammenhänge zu erfassen. Stille in ganzen Raum. Nur ab und zu das Klappern eines heruntergefallenen Füllers. Ach ja … gute, alte Zeiten!

Aller Anfang ist schwer

Geschichte: die alten Übersichten ...
Ach ja, die guten alten Themenübersichten …

Zwar gab es einige wenige Schüler, die sich gelegentlich mündlich am Unterricht beteiligten, doch ein konstruktives Unterrichtsgespräch kam praktisch nie auf. Schnell entstand in unserer Klasse ein Begriff für den Großteil der Mädchen, die einfach da waren, aber jede Art der Unterrichtsbeteiligung zu vermeiden versuchten. Die „Prinzessinnen-rühr-mich-nicht-an“ waren so ziemlich das Gegenteil von dem, was unsere Lehrerin, die zufällig noch unsere Klassenlehrerin war, sich wohl von uns Schülern wünschte.  Auch ich gehörte zu dieser Gruppe, obwohl sich eigentlich alles in mir sträubt, mich selbst so zu bezeichnen. Doch aus Unsicherheit und Angst, etwas Falsches zu sagen, blieb mein Finger meistens unten.

So vergingen einige Jahre. Mein Geschichtswissen wuchs linear, während meine Unterrichtsbeteiligung nur langsam besser wurde. Von einer Prinzessin-rühr-mich-nicht-an wurde ich zur mittelmäßigen Schülerin, die sich mit Mühe und Not an die Grenze zur Note 1 kämpfte, sie dann aber meistens doch verfehlte. Ich hatte mich zwar an Geschichte gewöhnt, doch so richtig konnte ich die innere Blockade nicht überwinden. (Wie auch, wenn ich mich nur halbherzig mit dem Fach beschäftigte?)

Meine Bedenken wuchsen, denn unsere Lehrerin betonte immer wieder, die Anforderungen in diesem Fach würden in der Kursstufe noch angezogen. Wie, fragte ich mich, sollte ich da jemals eine 1 in einer Geschichtsklassenarbeit schreiben?

Arbeit zahlt sich aus

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Bis jetzt habe ich noch nie eine 1 in einer Geschichtsklausur geschrieben, was aber eher daran liegt, dass die 1 in unserem neuen 15-Notenpunkte-System einer 5entspricht. Tatsächlich hat sich mein Verhältnis zu Geschichte in der Kursstufe extrem verbessert. Zwar sind die Anforderungen hoch, aber dadurch, dass ich dieses Niveau schon von den Jahren davor von unserer Geschichtslehrerin gewohnt bin (in diesem Sinne: vielen Dank an Sie!), habe ich keine Probleme mit meinem neuen Hauptfach. Natürlich sind die 60 Minuten, die ich zuhause pro Woche für dieses Fach zusätzlich aufwenden muss – eine gute Unterrichtsvorbereitung hat eben ihren Preis – extrem nervig. Ich muss aber tatsächlich zugeben, dass mein Geschichtswissen selten so fundiert war wie jetzt.

Ganz auf ein gutes Abitur ausgerichtet, beschäftige ich mich nun intensiv mit den Themen, nehme Projektarbeiten ernst und kämpfe mich einigermaßen durch Gruppenarbeiten. Dies zeigt sich nicht nur in guten bis sehr guten schriftlichen Ergebnissen, sondern vor allem in meiner mündlichen Mitarbeit. Ich kann mitreden und weiß oft, worauf unser neuer Geschichtslehrer hinauswill, bevor er es sagt. Stolz bin ich auch auf die 14 Punkte (das entspricht einer fundierten 1), die ich in einer Klausur geschrieben habe – obwohl ich selbst glaube, da nur ein heilloses Durcheinander niedergeschrieben zu haben. Aber naja: 14 Punkte sind 14 Punkte.

Heute empfinde ich es beinahe als lächerlich, dass ich mich damals freute, wenn ich mich einmal in der Stunde gemeldet hatte. Ich würde mich zwar nicht als Geschichtsgenie bezeichnen, doch dass ich so gut mit Geschichte klarkomme, hätte ich vor ein paar Jahren niemals gedacht. Und dieses Gefühl des „Wissens“ möchte ich auch nie wieder missen.

Geschichte: sehr interessant
Geschichte kann super interessant sein!

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Oder sucht ihr Tipps, wie auch ihr eure mündliche Mitarbeit verbessern könnt? Dann hier entlang.

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